Dorfmuseum Mönchhof
7123 Mönchhof
Willkommen im Dorfmuseum!
„Hoadboden“ nannte man früher den Teil des Seewinkels, in dem Mönchhof liegt – Heideboden. All die Bauern, Handwerker und Kleinhäusler, die hier lebten, trotzten diesem Heideboden ihre Existenz ab. Da war nichts mit „Mutter Erde“; der Heideboden war eher ein strenger Vater. Von ihm hing es ab, wann und was die Menschen zu essen hatten und wann sie hungern mussten. Er bestimmte, wann sie arbeiteten und wann sie sich ausruhen konnten. Das änderte sich maßgeblich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das Burgenland und also auch die östlich des Neusiedlersees gelegene Region wurden „modernisiert“. Zunehmend machten sich Asphalt und Beton auf dem Heideboden breit. Auch die alte bäuerliche Welt veränderte sich; sie wurde „bodenunabhängiger“. Und zum Teil verschwand sie ganz einfach. „Eine Sache, die nirgends zum Aufhalten war“, sagen die Leute.
Hier im „Dorfmuseum Mönchhof“ ist diese einstige Welt zu erahnen. Man fndet die alten Häuser, die Werkstätten, die Einrichtungsgegenstände und die Gerätschaften. Man kann nachvollziehen, wie die Menschen gearbeitet, gewohnt und gefeiert haben. Und man spürt etwas von ihren Freuden, ihren Nöten, ihrer Geborgenheit, aber auch von den einengenden Zwängen, denen sie ausgesetzt waren. Das seit 1990 bestehende Freilichtmuseum – ursprünglich eine private Sammlung – ist in drei Bereiche gegliedert. Im ersten geht es um die Grundlagen der Existenzsicherung. Wovon haben die Menschen gelebt? Was haben sie angebaut und wie? Wie haben sie geerntet? Und welche Produkte haben sie für sich behalten? Dementsprechend ist der gleich anschließende zweite Teil der Bevorratung für den Eigenbedarf gewidmet.
Denn diese bildete ja die Grundlage dafür, dass immer etwas zum Überleben da war. Hinter einem kleinen Teich liegt der dritte und vielleicht ansprechendste Bereich des Museums. Da steht ein richtiges, gleichsam idealtypisches Dorf im ehemaligen Weingarten der Familie Haubenwallner mit Schule, Gasthaus, Greißlerei, Kino, Gemeindeamt, Post, Feuerwehr, Milchhaus und Schrotmühle, mit den Werkstätten der eingesessenen Handwerker und mit dem bescheidenen Wohnhaus des dörfichen Viehhalters. Im Kontrast dazu ist das Gehöft einer gut situierten Weinbauernfamilie zu besichtigen, mit allem, was so dazugehört: Wirtschaftskammern, Viehställe, Wagenschupfen, Stadl und eigener Weinkeller.
Vis a vis sind die Wohnräume für den dörflichen Bäcker samt Backstube und kleinem Geschäft eingerichtet. Beide Hofstellen, die des Bäckermeisters und die des Weinbauern, bilden eine Halbwirtschaft, jene im Heideboden einstmals gängige Wohn- und Wirtschaftsform. Folgt man der Unterführung gelangt man in den neuesten Teil des Museums. Hier stehen ein Stadel mit Dreschmaschine, einer mit Wagen und Kutschen sowie dem RAD-Lager, welches auch als Umkleidekabine für Sportler genutzt wurde Im hinteren Bereich befindet sich die Kirche, die zu stiller Einkehr oder zu fröhlichen religiösen Festen einlädt.
Man kann in die Häuser eintreten, in den Räumen verweilen und sich im Betrachten der Dinge verlieren oder ganz einfach nur eine Stimmung in sich aufnehmen. Es ist ein „langsames“, gastfreundliches Museum.
Am gastfreundlichsten ist naturgemäß das Wirtshaus. Wie die meisten anderen Gebäude stand es früher in Mönchhof und ist dazusamt seiner Einrichtung annähernd wieder so aufgebaut worden. Hier kann der Besucher lustvoll rasten, nachdenken oder auch ein Glas Wein genießen. Manchmal ist das Gasthaus bis auf den letzten Platz voll besetzt, oft herrscht aber auch beschauliche Ruhe. Wem es aber dann doch zu ruhig sein sollte, der kann die alte Musikbox mit den Schellackplatten anwerfen oder an einer der außertourlichen Musikveranstaltungen, Handwerksvorführungen oder Eröffnungen von Sonderausstellungen teilnehmen.
Information
Vorbei am Teich und an der „Sammlung“, dem einstigen Herzstück des Museums, kommt man schließlich zurück zum Eingang. Dort lassen sich im Museumsladen noch diverse Mitbringsel erstehen: Wein, Schnaps, Marmeladen, Säfte, Vanillescheiben oder Burgenlandkipferl, je nach Lust und Laune. Oder man kauft sich den Museumskatalog, der neben schönen Fotos auch eine Fülle von wissenswerten Einzelheiten über das einstige Leben im Heideboden bietet – als Vertiefung des Gesehenen oder als Anregung für ein Wiederkommen.
Außenstelle Bahnhof
Außerhalb bzw. gegenüber des Museumsareals liegt die jüngste Attraktion: der ehemalige Mönchhofer Bahnhof. Neben einer Ausstellung zur Neusiedler-Seebahn im Bahnhofsgebäude stehen 3 Waggons auf Schienen. Ein Waggon ist als Personenwagen eingerichtet, ein anderer ist den Schmalspurbahnen auf den Gutshöfen gewidmet und im dritten wird der schicksalshaften Vertreibung der Ungarndeutschen 1945 gedacht. Vis a vis der Waggons wurde ein großes Magazin wieder errichtet, das einen Einblick in längst vergangene Bahnzeiten möglich macht.
Magazin
Exakt 287 Schritte sind es vom Dorfmuseum zu dessen Außenstelle, dem Museumsbahnhof. Die 1897 eröffnete Neusiedler Seebahn (eine Teilstrecke der Raaber Bahn) war so etwas wie die wirtschaftliche Schlagader des Seewinkels. Alles wurde mit ihr transportiert: Bauern, Arbeiter, Hühner, Wein etc.
Im Magazin, welches ursprünglich in Pamhagen stand, werden die verschiedensten Transportgüter gezeigt. Außerdem befinden sich hier die Gerätschaften und Werkzeuge, die den Bahnbetrieb erst möglich machten.
Das Museum erhielt in den letzten Jahren mehrfach Auszeichnungen. Im Jahr 2002 wurde dem Dorfmuseum das „Österreichische Museumsgütesiegel“ verliehen.
Öffnungszeiten
1. April bis 31. Oktober
Dienstag bis Sonntag
sowie an Feiertagen 10:00 bis 18:00 Uhr
Juni, Juli und August auch am Montag geöffnet.
Ab Oktober schließen wir um 17.00 Uhr.
Besichtigung auch außerhalb der Öffnungszeiten nach Vereinbarung möglich.
Letzter Einlass: 17:00 Uhr
Führungen
ab 15 Personen nach Vereinbarung (ca. 1,5h - 2h)
Einleitung ab 10 Personen (ca. 15 Min.)
Eintritt
- Erwachsene € 10,00
- Kinder (ab 6 Jahren) € 5,00
- Studenten, Präsenzdiener, Behinderte € 7,00
- Senioren € 7,50
- Schulklassen (mit Führung) pro Pers. € 7,00
- Gruppen (ab 15 Personen) pro Pers. € 7,50
- Familienkarte (2 Erwachsene + Kinder) € 20,00
- Führungen pro Pers. (ab 15 Personen) € 3,00
- Einleitung (ab 10 Personen) ca. 15 Min. € 1,00
- Pauschale (Führung unter 10 Personen) € 45,00
Hunde an der Leine erlaubt.
Anfahrten:
Mit dem Auto bzw. mit öffentlichen Verkehrsmitteln - das Dorfmuseum Mönchhof ist nur 200 Meter vom Bahnhof und der Bushaltestelle entfernt.

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