Bergstadt Marienberg
09496 Marienberg
Bergstadt Marienberg – im Erzgebirge ankommen
Mit einem herzlichen „Glück auf!“ grüßt die Berg- und Renaissancestadt Marienberg inmitten des Erzgebirges.
Reichliche Silberfunde im Marienberger Raum gaben den Anlass zur Stadtgründung im Jahre 1521 durch Herzog Heinrich den Frommen. Doch nicht nur der Glanz des Silbers, sondern auch der von Italien ausgehende Gedanke der Renaissance hat die Stadt nachhaltig geprägt. Nördlich der Alpen zeigt die bis heute einzige erhaltene Idealstadtanlage dieser Epoche faszinierende Regelmäßigkeit und Weite – im Gegensatz zu der Enge und Finsternis, die die Bergleute untertage umgab. Von jeder Seite des zentral gelegenen, quadratischen Marktplatzes, der mit einer Seitenlänge von jeweils 100 Metern bis heute einer der Größten in ganz Deutschland ist, zweigen drei gleich breite und lange Straßen ab, welche wiederum im rechten Winkel und parallel zu den Marktseiten verlaufenden Straßen gekreuzt werden. So entsteht ein Muster, welches an ein Schachbrett erinnert.
Ein Stadtrundgang führt über den großen Marktplatz mit dem Denkmal des Stadtgründers vorbei am Rathaus mit einem der bedeutendsten Renaissanceportalen Sachsens, zahlreichen Bürgerhäuser, dem Zschopauer Tor, als letztem erhaltenem von ursprünglich fünf Stadttoren, dem Lindenhäuschen, dem Zeugnis einfacher bergbaulicher Wohnkultur bis zur wunderschön sanierten Kirche St. Marien, Sachsens jüngster spätgotischer Hallenkirche.
Abwechslungsreiche Veranstaltungen pflegen die bergbaulichen Traditionen, bieten aber auch ein ganz vielseitiges kulturelles Spektrum. Höhepunkte im ereignisreichen Veranstaltungsjahr sind der Stadtgeburtstag mit Bergaufzug und Berggottesdienst im April, die Stadtkonzerte im historischen Ratssaal, sowie der Marienberger Weihnachtsmarkt mit Großer Bergparade am 3. Advent.
Zahlreiche Museen und Bergwerke laden in Marienberg zu einem Besuch ein. Im bergbauhistorischen Bergmagazin, einem ehemaligen Getreidespeicher, ist das Museum sächsisch-böhmisches Erzgebirge zu Hause. Hier wird die Geschichte des Erzgebirges auf sächsischer und böhmischer Seite beleuchtet. In unmittelbarer Nachbarschaft im Ortsteil Lauta befindet sich ein nach historischem Vorbild originalgetreu wiedererrichteter Pferdegöpel, welcher im 19. Jahrhundert zur Förderung der Erze notwendig war. Das Schaubergwerk Molchner Stolln ist eins der ältesten des erzgebirgischen Silberbergbaus. Schon seit 1934 kann es besichtigt werden. Neben einem funktionstüchtigen Kunstgezeug werden auch die einstigen Lichtverhältnisse verdeutlicht.
Das im Ortsteil Zöblitz gelegene Serpentinsteinmuseum berichtet über den Abbau und die Verarbeitung dieses seltenen Gesteins, das sich ähnlich wie Holz an der Drehbank bearbeiten lässt. Zurück im Ortsteil Pobershau können zu ausstellungszwecken umfunktionierte Räume einer ehemaligen Holzfabrik besichtigt werden. Darin befinden sich heute die Ausstellungen Böttcherfabrik: eine historische Schlosserei, das Lebenswerk des erzgebirgischen Malers Max Christoph und eine Ausstellung landwirtschaftlicher Geräte. Sehenswert sind vor allem die Skulpturen des Pobershauer Schnitzer Gottfried Reichel in der Galerie „Die Hütte“. Im gelang es durch seine Werke, die alten Geschichten der Bibel auf eine neue Art und Weise zu erzählen und damit diesen Schatz lebendig zu halten.
Neben den Museen und Besucherbergwerken berichtet vielerorts auch die Landschaft von der regionalen Geschichte und dem einstigen Silberbergbau. So zeugen auch Haldenzüge in Lauta oder künstlich angelegte Wasserläufe wie Grüne Graben von der Bergbauvergangenheit. In die vielseitige Mittelgebirgslandschaft sind neben der Marienberger Kernstadt auch 15 Ortsteile mit ländlichem Charakter eingebettet. Gut markierte Wanderwege führen durch Wälder, Täler und Fluren bis hinauf in die Höhen des Erzgebirgskammes.
Information
Fernab von Lärm und Hektik können die herrlichen Panoramablicke genossen und beeindruckende Naturbesonderheiten entdeckt werden, wie den „Basaltfächer“ auf dem 890 m hohen Hirtstein im Ortsteil Sachsen oder ebenso imposante Felsformationen im Schwarzwassertal bei Pobershau. Die Moorgebiete in Kühnhaide oder die Bergwiesen in Rübenau laden zu Erkundungen entlang interessanter Lehrpfade ein.
Die Bergstadt Marienberg als Bestandteil der UNESCO Welterbe Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří
Mehr als 800 Jahre haben Bergbau und Hüttenwesen auf beiden Seiten des Erzgebirgskamms die Landschaft über und unter Tage sowie die hier lebenden Menschen geprägt. Das Montanwesen hatte Einfluss auf Kunst, Kultur, Bildung, Politik, Wissenschaft sowie Tradition und Brauchtum und formte so eine einzigartige Region. Mit 22 Bestandteilen und über 400 Einzelobjekten haben Sachsen und Tschechien grenzüberschreitend im Jahr 2019 den UNESCO Welterbe-Titel erlangt.
Zu den 22 Bestandteilen der Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří gehören die Historische Altstadt von Marienberg, geplant und gebaut nach den Grundsätzen der italienischen Renaissance, sowie die beeindruckenden, perlenschnurartig aufgereihten Haldenzüge der Bergbaulandschaft Lauta. Beide gemeinsam dokumentieren die finale Phase der Stadt- und Landschaftsentwicklung im Erzgebirge in Verbindung mit dem Silberbergbau des 16. Jahrhunderts.
Zudem beherbergt Marienberg das letzte im Erzgebirge erhaltene Bergmagazin aus dem frühen 19. Jahrhundert.
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